Die richtige Größe wählen

Die richtige Größe wählen ist ein sehr wichtiger Arbeitschritt auf dem Weg zum selbst genähten Wunschmodell. Schnittsicher zeigt wie man vor dem losnähen für das Schnittmuster die richtige Größe wählt.

Jeder Schnitthersteller hat seine eigene Maßtabelle, deshalb immer lieber noch einmal nachschauen und NICHT einfach die Konfektions-Kaufgröße wählen. Die Konfektion will uns gerne schmeicheln, wer fühlt sich nicht toll wenn er mit einem neuen Kleidungsstück aus dem Laden kommt, das 2 Nummern kleiner ist als man eigentlich benötigt? 😉

Maßnehmen für Schnittmuster
Maßnehmen

Die Maßtabelle ist meistens auf dem Schnittmuster angegeben, oder bei einer Schnittmuster-Zeitschrift zu Beginn der Anleitungsteils. Anhand Deiner Maße wählst Du die Größe aus in der Du den Schnitt zuschneiden und nähen möchtest. Wenn Du Dich vermisst achte darauf, dass das Maßband für die Umfangsmasse parallel zum Boden liegt und nicht schräg. Gemessen wird über dünner Kleidung. Das Maßband wird nicht zu fest angelegt. Hilfreich sind auch ein paar zusätzliche Hände einer guten Freundin.

  1. Die Oberweite verläuft vorne über den stärksten Punkt der Brust, rückwärtig gerade über die Schulterblätter
  2. Die Taillenweite wird um die Taille herum gemessen, dabei nicht zu fest anziehen
  3. Die Hüftweite wird über der stärksten Stelle gemessen, ca. 20-25cm unterhalb der Taille.
  4. Die Oberbrustweite führt über der Brust unter der Achseln nach hinten.

Für alle Oberteile wie Shirts und Blusen gilt der Brustumfang (1) als maßgebelich, für Röcke und Hosen gilt der Hüftumfang (3) als wichtigstes Maß.

Wenn Du schon beim Maßnehmen feststellst, dass Deine Maße nicht mit der Maßtabelle übereinstimmen wirst Du vermutlich um Änderungen am Schnittmuster nicht herumkommen. Häufig vorkommende Abweichungen werden oft von einzelnen Schnittherstellern berücksichtigt, so gibt es besondere Schnittmuster für Kurzgrößen, Langgrößen und für die weibliche Figur ab 50, die sich oft durch einen größeren Bauchumfang darstellt. Im englischen heißen diese Schnitte „Full Tummy“ oder „Full Abdomen“.

Wird bei einem Schnitt angeboten, dass die CUP-Größe berücksichtigt wird errechnest Du diese durch die Differenz der Maße Brustumfang (1) und oberer Brustumfang (4).

  • Ist die Differenz bis 2,5cm: CUP A
  • die Differenz bis 5cm: CUP B
  • bei Differenz bis 7,5cm: CUP C
  • und bei Differenz bis 10cm: CUP D

Bei einem Mehrgrößenschnitt ist es einfach möglich kleine Abweichungen der Maße zur Maßtabelle auszugleichnen, zu empfehlen ist dies aber nur bis zu einer Abweichung von 5-6cm. Ergibt der Vergleich mit der Maßtabelle z.B. eine Oberweite für Gr. 42 und eine Hüftweite in Gr. 44 zeichnet man den Schnitt eines Shirt oben beginnend bei Gr. 44 und in der Hüftgegend bei Gr. 46. Die Linie, die diesen beiden Maße verbindet wird dann weich, möglichst ähnlich der Ursprungslinie, eingezeichnet.

Eine Maßdifferenz von z.B. 6cm verteilt sich dabei gleichmäßig auf die Schnittteile, bei einem Shirt z.B. je 1,5cm an den Außenkanten von Vorder- und Rückenteil. Je nach Modell kann man somit 1 bis 2 Größen ausgleichen.

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Schnittmuster Nadelkissen Schhnittsicher

Einen Schnittbogen lesen und die richtige Größe finden

So findest Du Dich auf einem Schnittbogen zurecht.

 

Einzelschnittmuster oder Fertigschnittmuster

Der Schnittbogen eines Einzelschnittmusters oder Fertigschnittmusters ist einfacher zu lesen, da sich darauf nur das eine Modell oder die wenigen Modelle befinden die auf dem Schnittmuster abgebildet sind.

Ein Fertigschnittmuster kann auch direkt ohne abpausen aus geschnitten und zur weiteren Verarbeitung mit dem Stoff genutzt werden

Bei manchen Einzelschnittmustern sind die Schnittteile übereinander gedruckt, was zwar platzsparend ist aber für den Benutzer einen Arbeitsschritt mehr, das Abpausen, bedeutet.

Bei beiden Varianten wählt man auf dem Schnittbogen für jedes Schnittteil die vorher ermittelte Größe aus und stellt daraus eine Schnittvorlage her.

Schnittmusterzeitschrift, Nähzeitschrift

In einer Schnittmusterzeitschrift sind sehr viel mehr Modelle enthalten als in einem Einzelschnittmuster. Die Modelle verteilen sich meist auf mehrere Schnittbögen und sind übereinander gedruckt, diie Schnittteile müssen vor der weiteren Verarbeitung abgepaust werden.

Bei der Modellbeschreibung ist meist aufgeführt auf welchem Schnittbogen und in welcher Farbe man die Schnittteile findet.

Wenn man sich den Schnittbogen anschaut findet man meistens entlang des Randes die farbigen Nummern der Schnittteile die auch auf diesem Bogen sind. Wenn man dann mit dem Finger entlang einer gedachten senkrechten Linie nach oben (oder ein waagrechten Linie nach rechts) fährt landet man bei seinem gesuchten Schnittteil.

So kann man all seine Schnittteile zusammen suchen.

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Die Nähanleitung

Für Nähanfänger, komplizierte Modelle oder neue Hersteller empfehle ich, die Nähanleitung einmal ganz durchzulesen – es ist ärgerlich und zeitaufwändig wenn man bei Schritt 14 feststellt, dass man in Schritt 8 den Beleg doch lieber noch nicht angenäht hätte. Da ist das Durchlesen im Vergleich wesentlich schneller und man kann in Gedanken schon mal mitnähen und potenzielle Fehlerquellen aufdecken.

Die Nähanleitung sollte logisch aufgebaut sein und zum Ziel, dem fertigen Modell, führen. Mehr als tausend Worte sagen oft die kleinen Zeichnungen, die die einzelne Arbeitsschritte erläutern sollen.

Grundsätzlich hat eine Jacke 2 Ärmel und eine Hose 2 Beine, die Arbeitsschritte zum Erstellen solcher Modelle ähneln sich oft.

Immer wiederkehrende Arbeitsschritte sind zum Beispiel:die AnprobeEin Kleid nähen

  • Die Ärmel einnähen
  • Den Bund annähen
  • einen Kragen arbeiten
  • Bündchen annähen
  • einen Reißverschluss einnähen
  • Halsausschnitt versäubern

 

Was tun, wenn man die Anleitung auch nach 5mal lesen noch immer nicht verstanden hat?

Mein Tipp ist: sich von der Anleitung lösen und überlegen, was man erreichen möchte. Eine gute Methode ist z.B. sich die Teile so mit Nadeln festzustecken wie sie fertig aussehen sollen. Dann auf links wenden um zu sehen wie man diesen Schritt am besten näht.

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Brauche ich ein Nesselmodell?

Es erscheint wie doppelter Aufwand, sich ein Nesselmodell von einem Schnittmuster herzustellen. Trotzdem gibt es gute Gründe dafür, ein Nesselmodell bietet sich an wenn

  • es ein sehr aufwändig zu arbeitendes Modell ist
  • vermutlich Änderungen an der Passform anstehen
  • ein teurer Stoff verwendet werden soll

Nesselmodell nähenWas ist Nessel?

Nessel ist ein leichter, nicht veredelter Baumwollstoff der günstig in verschiedenen Stärken angeboten wird.

Wie wird ein Nesselmodell gearbeitet?

An den Säumen und offenen Kanten wird keine Nahtzugabe angeschnitten, diese bleiben unversäubert da es beim Erstellen nur um die Passform geht. Die Abnäher werden gearbeitet, die Nähte werden wie beim fertigen Kleidungsstück geschlossen, auf Details die die Passform nicht beeinflussen (Taschen, Gürtel, Verzierungen)  wird verzichtet.

Bei der Anprobe ersichtliche Passformanpassungen werden auf den Schnitt übertragen damit das Modell aus dem Originalstoff perfekt passt.

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Die Schnittteile ausschneiden

Alle benötigten Schnittteile der Schnittliste werden aus Papier ausgeschnitten, bei einem Fertigschnitt direkt aus dem Schnittmusterbogen, bei einer Zeitschrift durch abpausen oder nachzeichnen auf Schnittmusterpapier.

Manche Schnittteile werden in 2 Versionen zugeschnitten, z.B. ein Vorderteil für eine Bluse und den dazu passenden Beleg, der Beleg ist dabei manchmal im Vorderteil mit eingezeichnet muss aber als eigenständiges Schnittteil abgepaust werden.

Zusätzlich können sehr einfache Schnittteile wie z.B. ein gerade geschnittener Gürtel nur als Beschreibung angegeben sein z.B. als Rechteck mit 6 x 30cm und müssen ebenfalls als Schnittteil gezeichnet werden.

Je nach Hersteller sind an den Schnitteilen bereits Nahtzugaben berücksichtigt, bei den amerikanischen Firmen ist dies normal. In der Anleitung steht dann genau, wie viel Nahtzugabe enthalten ist, manhcmal sind es 1cm, 1,5cm oder auch 1,6cm.

Bei Schnittmustern ohne Nahtzugabe werden diese je nach Vorliebe und Umstand im nächsten Arbeitsschritt zugegeben wenn es zum Schnittteile ausschneiden aus Stoff kommt.

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Das Auflegen von Schnittteilen nach Auflageplan:

Wenn man alle Schnittteile aus Papier zusammen hat kann man diese nach Auflageplan auf den Stoff auflegen und zuzuschneiden.

Bei vielen Schnittmustern ist ein Auflageplan enthalten wie man die Schnittteile möglichst platzsparend auf dem Stoff verteilen kann. Zusammen mit den Stoffangaben hat man so eine gute Lösung und Vorgehensweise zum Auflegen der Schnittteile auf den Stoff.

Wichtig ist es, den Fadenlauf zu beachten. Dieser beeinflusst den Fall des fertigen Kleidungsstückes massgeblich. Meistens ist der Fadenlauf parallel zur Webkante eingezeichnet, es gibt aber auch schwungvolle Modelle die im schrägen Fadenlauf zugeschnitten werden. Dadruch erhöht sich der Stoffverbrauch entsprechend.

Wenn kein Auflageplan beim Schnitt dabei ist, empfiehlt es sich mit dem größten Teil im Stoffbruch zu beginnen und den Rest der Teile durch ausprobieren möglichst günstig zu verteilen, dabei an die Naht- und Saumzuggaben denken, die an jedem Teil noch dazu kommen, wenn nicht im Schnitt enthalten.

Für ein Modell mit 2 Teilen im Stoffbruch, z.B. ein T-Shirt, bietet es sich an den original Stoffbruch aufzufalten und den Stoff so neu zusammen zu legen, dass links und rechts 2 Stoffbrüche entstehen.Dieses Vorgehen ist sehr platz- und somit Stoffsparend.

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Stoffe schnittsicher zuschneiden

Die Schnittteile sind platzsparend und sicher auf einem der Stoffe fixiert, z.B. mit Nadeln oder Fixiergewichten jetzt folgt das Ausschneiden der Teile.

Gemäß der Schnittliste werden die Teile in der benötigten Anzahl zugeschnitten, dabei ist auch angegeben ob aus Oberstoff oder aus Futterstoff.

Zum Zuschneiden sollte eine gute Stoffschere zum Einsatz kommen, eine Schere mit kurzen Schneideblättern erleichtert das Schneiden von kleinen Teilen, Rundungen und Kurven. Eine Schere mit langen Schneideblättern gleitet sicher entlang langer, gerader Linien.

Stoffscheren haben einen für Stoffe besonderen Schliff und werden mit dem Schneiden anderer Materialien wie z.B. Papier stumpf.

Wer viel zuschneidet erfreut sich an einem Elektro-Cutter der auch durch mehrere Lagen der Stoffe sicher und schnell schneidet.

Je nachdem ob das Schnittmuster bereits Nahtzugaben enthält muss entlang der Papierkante zugeschnitten werden (bei Schnittmuster mit enthaltener Nahtzugabe) oder muss in Entfernung der Nahzugabe ausgeschnitten werden (bei Schnittmustern ohne enthaltener Nahtzugabe). Erleichtern lässt sich dies, wenn man die Entfernung der Nahtzugabe vor dem Zuschneiden mit einem Textilmarker oder einer Schneiderkreide kennzeichnet.

Eine Besonderheit ist die Saumzugabe an Teilen mit schräger Kante, wie z.B, einem Ärmel. Hier wird an der Saumkante im gleichen Maß wieder nach aussen geschnitten wie die Kante vom Schnittteil aus komment nach innen führt.

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Nähen nach Anleitung, ja nochmal

Die Nähanleitung soll die Hobbyschneiderin/den Hobbyschneider zum Ziel führen, seinem fertigen Modell nach Schnittmuster genäht.

Die Schwierigkeitsangaben wie z.B. Sehr einfach, Einfach, Mittel oder Fortgeschritten sind durchaus ernst gemeint, eine Anleitung für ein fortgeschrittenes Schnittmuster setzt einfache Nähtechniken einfach voraus und geht nicht näher darauf ein, während ein sehr einfaches Schnittmuster zum Nähen nach Anleitung die einzelnen Schritte ausführlich erklärt. Eine ausreichende Bebilderung ist meistens sehr hilfreich.

Für Nähanfänger ist es sinnvoll, sich an die Arbeitsschritte der Anleitung zu halten. Wenn bei ersten Durchlesen schon alles klar und verständlich war kann in einem Rutsch durchgenäht werden. Prima.

Doch was tun, wenn es Fragen gibt?

Die meisten Hersteller von Schnittmustern bieten Hilfe an, wenn es um Fragen zum nähen nach ihrer Anleitung gibt und zu darin verwendeten Nähtechniken.

Konkrete Hilfe bei Fragen zu

Viele Fragen können auch direkt in einem Nähkurs geklärt werden.

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Kleid nähen, Schnittteile zusamensetzen

Wenn Sie ein Kleid nähen möchten oder ein Oberteil für Damen z.B. eine Bluse oder Tunika, ist der erste Schritt das Arbeiten der Abnäher, die Seitennähte sind dann gleich lang und können geschlossen werden.

Die Schulternähte werden ebenfalls geschlossen, sollte das rückwärtige Schulterstück etwas länger sein als das vordere muss ein wenig der Weite eingehalten (gleichmäßig verteilt die Längen aneinander anpassen) werden.

Wenn das Oberteil Ärmel hat werden diese nun angenäht und geschlossen, die Säume am Teil selbst und den Ärmeln genäht. Als Abschluss folgt der Kragen, Ausschnittsbeleg oder Versäuberungsstreifen.

Bei einer Hose werden in der Regel erst die Hosenbeine an Innen- und Aussennaht geschlossen, dann werden die Hosenbeine rechts auf rechts ineinander gezogen und von links aus die Schrittnaht geschlossen. Wieder nach rechts gewendet kann der Reißverschluss oder die Knopfleiste gearbeitet werden und der Bund angenäht. Zum Schluss folgen die Beinsäume.

Nach gleicher Vorgehensweise werden auch Röcke und Hosenröcke gearbeitet.

Bei Jacken und Mänteln entstehen durch das Einnähen oder Anbringen von Taschen und die Belege an den Vorderteilen zusätzliche Arbeitsschritte. Wenn das Modell ein Futter hat werden erst die Kleidungsstücke aus Oberstoff und Futter genäht und danach miteinander versäubert.

Wenn Sie ein Kleid nähen möchten ist der Ablauf bei einem einfachen Kleid wie bei einem Oberteil. Bei anspruchsvolleren Kleidern wird erst das Oberteil gearbeitet und dann das Rockteil angesetzt. Dadurch kann ein Kleid sehr variantenreich gestaltet werden, etwas als Vintagekleid oder Blusenkleid..

Ganz zum Schluss werden Verzierungen angebracht, Knopflöcher und Knöpfe angenäht und Gürtel gearbeitet.

Bei Accessoires wie Taschen und Hüten ist der Ablauf meistens übersichtlicher. Der Taschenkörper oder das Mützenteil werden geschlossen, wenn vorgesehen das Futter eingenäht und Henkel oder Schirm angebracht.

Fertig. Fertig?

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